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LEBENSMITTEL

Beim Thema Lebensmittel macht mir keiner was vor. Ich hatte 1978 einen der ersten Bioläden Deutschlands und seitdem beschäftige ich mich mit diesem Thema und kenne mich wirklich gut aus.

Der Begriff "Lebensmittel" sagt schon alles. Es bedeutet "Leben". Ein Mittel zum Leben und ein lebendiges (Nahrungs)mittel.

"Bio" bedeutet Anbau ohne giftige Unkraut- und Schädlings- Bekämpfungsmittel und ohne chemische Düngemittel. Bei Tieren bedeutet das keine Antibiotikas, keine chemisch angereicherten Futtermittel, eine tiergerechtere Haltung und zu guter Letzt auch ein weniger brutaleres Ende - auch wenn mir das Ende trotzdem nicht gefällt

Bio-Lebensmittel sind besser für die Umwelt und für uns Menschen. Daran gibt es nichts zu rütteln. Das ist logisch, nachgewiesen und auch am eigenen Körper deutlich spür- und schmeck- bar. Da gehe ich jede Wette ein!

Jetzt wird natürlich der kostenbewusste Produktionsleiter sagen "Und was ist mit den Kosten?".

Da empfehle ich einen Besuch im Bioladen oder Biodiscounter. Bio-Grundnahrungsmittel sind nur geringfügig teurer. Wirklich teuer sind Fleisch und Fisch - aus einem ganz einfachen Grund: das dauert wesentlich länger und macht deutlich mehr Arbeit.

Wenn es mir also gelingt das Fleisch zu reduzieren, kann ich mit demselben Budget vielleicht sogar Bio-Catering anbieten. Ich muss es nur clever einfädeln und alles, aber auch wirkich alles dafür tun, dass es superlecker schmeckt.

Konsum und Ernährung                                                                                                                       

Am 24. Februar 2016 hat die Bundesregierung das vom vom Bundesumweltministerium entwickelte "Nationale Programm für nachhaltigen Konsum" beschlossen, in dem es ein eigenes Kapitel Ernährung gibt.

Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft ist neben dem Bundesverbraucherschutzministerium Ko-Federführer und dies verdeutlicht, dass wir uns bewusst sind, dass dieses Thema nur ressortübergreifend gelöst werden kann. Von besonderer Bedeutung ist hier auch der Aspekt der Wertschätzung von Lebensmitteln. Neben der Unterstützung einer gesundheitsfördernden und ökologischen Ernährung sowie der Stärkung regionaler Lebensmittel ist insbesondere die Problematik der Vermeidung von Lebensmittelabfällen von besonderer Bedeutung.

Jeder Deutsche verbraucht durchschnittlich 500 Kilogramm Lebensmittel pro Jahr (ohne Getränke) und verursacht dadurch auch Treibhausgase. Insgesamt trägt die Ernährung jährlich mit rund 2,1 Tonnen an klimarelevanten Emissionen pro Person zu den Treibhausgasemissionen durch privaten Konsum bei und liegt damit ungefähr in derselben Größenordnung wie bei den Emissionen durch Mobilität in Deutschland. Etwa 45 Prozent der Treibhausgase durch Ernährung entstehen bei der Erzeugung der Lebensmittel (einschließlich der Transporte), also z. B. auf dem Acker, im Kuhstall, aber auch bei der Verarbeitung oder durch den Supermarkt. Ein großer Teil entsteht weiterhin durch den Energieverbrauch zur Lagerung und Zubereitung von Lebensmitteln sowie anteilige Raumwärme (Küche) und Einkaufsfahrten.

Doch unsere Ernährung trägt nicht nur zum Klimawandel, sondern auch zu zahlreichen anderen Umweltproblemen bei, wie z. B. Überdüngung und Versauerung. Futtermittelanbau in weniger entwickelten Ländern kann zudem u. a. Wassermangel verschärfen und die Ernährungssituation verschlechtern.

So werden 60 Prozent unserer landwirtschaftlichen Nutzfläche als Weide oder zum Abbau von Viehfutter genutzt. Der Verbrauch an Wasser und Energie ist z. B. für Fleisch und Butter viel höher als für pflanzliche Lebensmittel. Pflanzliche Kost verursacht erheblich weniger an schädlichen Klimagasen im Vergleich zu Fleisch (insbesondere Rindfleisch), Butter und Milchprodukten. Beim Vergleich landwirtschaftlich produzierter Lebensmittel schneiden Produkte aus ökologischer Landwirtschaft insgesamt besser ab als Produkte aus konventionellem Anbau.

 

 

Was können Konsumentinnen und Konsumenten tun?

 

 

Weniger Fleisch und Milchprodukte

 

Durch eine bewusste Ernährung kann auch ein Beitrag zum Umwelt- und Klimaschutz geleistet werden: Ein geringerer Fleischkonsum, viel Teigwaren und Kartoffeln, ein hoher Anteil an Obst und Gemüse und nicht so viele bzw. fettarme Milchprodukte tragen zu mehr Umwelt- und Klimaschutz bei. Weniger, dafür hochwertigeres Fleisch muss keinen Verzicht bedeuten, zumal eine solche Ernährungsweise auch gesünder ist und Erkrankungen vorbeugen kann.

 

 

 

Lebensmittel: ökologisch, saisonal und regional

Werden die Lebensmittel dann noch aus ökologischem Anbau bezogen, verbessert das die Bilanz noch einmal. Sowohl ein regional, als auch ein saisonal orientierter Einkauf ist gut für die Umwelt, aber auch für die Gesundheit und den Geldbeutel.

Denn Obst und Gemüse der Saison sind nährstoffreicher und in der Regel preiswerter, oft ist auch die Schadstoffbelastung geringer. Regionale Produkte sind in der Regel frischer, da sie nicht weit transportiert werden müssen. Verringerte Transportwege und Lagernotwendigkeiten schützen auch das Klima. Zudem werden lokale Anbieter unterstützt.

 

 

 

Auf Kennzeichnungen achten

Die Kennzeichnung mit dem EU-Biosiegel oder dem Deutschen Biosiegel weist auf den ökologischen Anbau hin und kann die Kaufentscheidung unterstützen.

Das Kaufverhalten bei Fisch und Meeresprodukten zeigt, dass die Nachfrage nach Fischprodukten aus nachhaltigen Quellen in deutschen Haushalten stets steigt: Bereits ein Viertel der deutschen Verbraucherinnen und Verbraucher entscheidet sich beim Fischeinkauf bewusst für das MSC-Siegel.

Kennzeichen von Anbauverbänden, wie "demeter" oder "Naturland" u.a., haben teilweise noch höhere Standards (zur Bewertung von Labels: siehe www.label-online.de)

 

 

 

Das Auto stehen lassen

Wird der Einkauf zudem zu Fuß, mit dem Fahrrad oder mit dem ÖPNV erledigt und werden bei der Lagerung und Zubereitung zu Hause effiziente Geräte eingesetzt (siehe www.blauer-engel.de und www.ecotopten.de), kann jeder einen guten Beitrag zum klimagerechten Verhalten in der Ernährung leisten.

 

 

 

Lebensmittelabfälle vermeiden

In Deutschland und in anderen Industrieländern werden viele Lebensmittel weggeworfen, im Einzelhandel, aber auch zu Hause. Eine Ursache dafür, dass Lebensmittel unnötig auf dem Müll landen, ist die falsche Interpretation des Mindesthaltbarkeitsdatums (MHD). Es wird vom Verbraucher oft so verstanden, dass ein Lebensmittel nicht mehr genießbar und daher wegzuwerfen ist. Eine gut geplante Vorratshaltung sowie kreative Resteverwertung, der Kauf kleiner Verpackungsgrößen sind weitere Möglichkeiten für die Konsumenten, Lebensmittelabfälle zu verringern. (vgl. BMEL-Kampagne z. B. "Zu gut für die Tonne")

Insbesondere mit dem neuen "Nationalen Programm für nachhaltigen Konsum" unterstützt die Bundesregierung auch im Bereich Ernährung noch stärker vielfältige Initiativen und Projekte, die den bewussten Umgang mit Lebensmitteln und eine Reduzierung der Umweltwirkungen der Ernährung zum Ziel haben.

Wichtige Hinweise können Sie auch dem "Verbraucher-Ratgeber - Umweltbewusst leben" des Umweltbundesamtes entnehmen.

Wichtige Hinweise können Sie auch dem neuen "Verbraucher-Ratgeber - Umweltbewusst leben" des Umweltbundesamtes entnehmen.

(Quellen: Öko-Institut e.V.: "Treibhausgasemissionen durch Erzeugung und Verarbeitung von Lebensmitteln"; aid infodienst: "Mein Essen - Unser Klima").