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LED LICHT

 

Es gibt nicht häufig Revolutionen, die vieles über den Haufen werfen und viele neue Vorteile beinhalten.                                          Die LED Technologie ist so eine Revolution.

 Vorteile:

- Keine Veränderung der Farbtemperatur beim Dimmen
- Bi-Color Geräte können von Kunstlicht bis Tageslicht stufenlos eingestellt werden
- Farbe kann bei bestimmten Geräten stufenlos geändert werden = Farbfolien überflüssig
- Extrem lange Lebensdauer der Leuchtmittel (20.000 Stunden und mehr)
- Nur geringe Wärmeentwicklung = Set wird nicht heiss, im Studio riesige Einparungen im Klimabereich
 
Die Ersparnisse an Zeit, Arbeit und Ärger nicht zu vergessen.
In vielen Fällen wird man den Generator gar nicht mehr brauchen oder kann ihn durch kleine Geräte ersetzen.

LED Tageslichtscheinwerfer sind günstiger als HMI Tageslichtscheinwerfer

Eigentlich nur Vorteile. Trotzdem muss man sich näher damit beschäftigen.
 
 
LICHTQUALITÄT
Das Schöne an dem Thema LED ist, dass man sich wieder mehr mit dem Licht und seiner Qualität beschäftigen muss. Es gibt phantastische LED Scheinwerfer, aber es gibt leider auch "Schrott".
Darauf gibt es eine einfache Antwort: Testen und Messen.
 
 
LICHTQUALITÄT MESSEN
Die LED Dioden, die im Filmlichtbereich eingesetzt werden, leuchten eigentlich blau. Deswegen muss dieses Licht unserem Kunst- und Tages- Licht angepasst werden und da fängt die grosse "Farbküche" an. In aller Regel geschieht dies mit Hilfe von Phosphorbeschichtungen oder Phosphorfiltern, die das blaue Licht in weisses Licht verwandeln. Die genaue chemische Zusammensetzung der Phosphorschicht bzw. der Leuchtstoffschicht bestimmt den genauen Farbton.Da liegt auch das Geheimnis der grossen LED Hersteller, deren Fabriken ausnahmslos in Asien sitzen, was man aus meiner Sicht dringend ändern sollte, damit wir nicht zu 100 % abhängig bleiben - und auch wenig Kontrolle über die damit verbundenen Herstellungs- und Umwelt- Themen haben.
 
Das LED-Weisslicht ist über die Jahre in vielen Fällen sehr gut geworden. Es empfiehlt sich aber trotzdem, dieses Licht genauer zu untersuchen, damit man keine Überraschungen erlebt. 
Im Klartext heisst das, Spektrometer aus der Hosentasche ziehen und sich mal die einzelnen Farbwerte anschauen. Denn auch ein hoher CRI oder TLCI Wert heisst noch lange nicht, das alle Farben optimal funktionieren.
 
Ich empfehle ein einfaches, kleines Testgerät, das zusammen mit einem Smartphone betrieben werden und wirklich in die Hosentasche passt:
http://www.asensetek.com/lighting-passport/
Wer es komplexer mag, es gibt mittlerweile auch kombinierte Belichtungsmesser mit integriertem Spektrometer.
 
Kurz noch mal die wichtigsten Fakten zu CRI und TLCI.
 

CRI = Farbwiedergabeindex

Da das klassische "Glühlicht" vom Verlauf ein sehr natürliches Licht ist, gab es keine wirkliche Notwendigkeit die Farbinhalte zu messen. Das änderte sich schlagartig, als die Leuchstoffröhren in den 60´ er Jahren weite Verbreitung fanden. Plötzlich gab es ein ganz anderes Licht und die Notwendigkeit die Qualität und die Farbeigenschaften des Lichtes zu messen. So entstand der sogenenannte Farbwiedergabeindex = Colour rendering index = CRI

 

Beim CRI wird gemessen, wie gut diese 14 Farben durch ein spezifisches Licht wiedergegeben werden. Für jede Farbe gibt es einen Wert zwischen 0 = grottenschlecht bis 100 = perfekt. Danach wird alles zusammengezählt und ein Gesamtwert zwischen 0 und 100 errechnet.

Ziel war es, mit dem Farbwiedergabeindex einen reproduzierbaren Wert zu errechnen, der für jede Lichtquelle angibt, wie weit die Farbwiedergabe einer zu testenden Lampe vom Ideal des Glüh- und Tageslichts abweicht.

 

TLCI

Der CRI war über Jahrzehnte ein wunderbares Tool, um die Qualität von Licht für den Einsatz bei Film und Fernsehen zu messen, bis zwei neue Erfindungen die Sache etwas durcheinandner gebracht haben:

- die digitale Aufzeichnungstechnik mit den unterschiedlichsten Kamerasensoren, die das Farbspektrum unterschiedlich aufnehmen

- die LED-Lichttechnik, die auf einem völlig neuen Prinzip beruht und neue Farbspektren produziert.

Da war der schöne CRI plötzlich nicht immer (gut) zu gebrauchen. Man hat sich gewundert, warum manche Bilder trotz Licht mit hohem CRI einen Farbstich haben und fand heraus, dass 14 CRI-Testfarben einfach zu wenig sind, um die Farbqualität des (neuen) Lichtes gut zu beurteilen.

So wurde der TLCI erfunden, der Television Lighting Consistency Index, der auf 24 Testfarben beruht, aber auch zusätzlich die Kamerasensoren-Thematik berücksichtigt.

Federführend bei dieser Messmethode ist die EBU (European Broadcast Union), die dazu viele Informationen und Tools kostenlos zur Verfügung stellt:

https://tech.ebu.ch/tlci-2012

 

FAZIT LICHTQUALITÄT

Neben dem CRI vor allen Dingen auf den TLCI Wert achten und unbedingt die Scheinwerfer messen und testen.

Es gibt mittlerweile eine ganze Reihe von Scheinwerfern mit exzellenter Lichtqualität. Dazu unten mehr.

 

LED SCHEINWERFER

Wie bei jeder anderen, vielversprechenden Technologie hat in den letzten Jahren ein riesiger Run im LED Bereich stattgefunden, aber Vorsicht ist trotzdem geboten.

Hier die wichtigsten Kriterien und Empfehlungen.

 

LICHTQUALITÄT

siehe oben.

Wichtig ist der CRI Wert, noch wichtiger der TLCI Wert und am allerwichtigsten ein Kameratest. Die meisten LED Scheinwerfer haben mittlerweile sehr gute Werte und können bedenkenlos eingesetzt werden

 

LICHTVERTEILUNG

Spannendes Thema gerade bei den Stufenlinsenscheinwerfern. Wie gleichmässig verteilt sich das Licht? Gibt es irgendwelche Hotspots? 

 

LICHTAUSBEUTE

Das ökologischste Kriterium schlechthin - und das finanziell relevanteste. Wie viel Licht erzeuge ich pro Watt Strom. Die gängigste Messung ist Lumen pro Watt. Abgekürzt: lm/W.

In Ermangelung einer lm/W Aussage des Herstellers empfiehlt sich ein Blick in die Technischen Daten eines Scheinwerfers. Dort sollte man erfahren wieviel LUX in 3, 6 oder 9 Metern Entfernung ankommen.

Es gibt gewaltige Unterschiede und es lohnt sich, hier streng zu vergleichen.

 

KÜHLUNG / LÜFTUNG

Damit die LED-Dioden optimal funktionieren, maximales Licht abgeben und lange leben, dürfen sie nicht zu warm werden. Deswegen gibt es entweder passive oder aktive Kühlungssysteme. Bei starken Einheiten kommen in aller Regel Ventilatoren zum Einsatz. Hier unbedingt die Lautstärke überprüfen. 

 

Last but not least QUALITÄT / VERARBEITUNG

Mit den LED-Scheinwerfern haben sich Plastik und hauchdünnes Blech in die Welt der professionellen Beleuchtungstechnik eingeschlichen. Ein guter Scheinwerfer sollte robust und haltbar sein.

 

 

LED PANELS + LED FLÄCHEN

Jedes EB-Team hat mittlerweile seine LED Panels. Diese Technologie hat sich am schnellsten durchgesetzt, da sie für den mobilen Einsatz nicht zu toppen ist. Mit einer V-Mount Batterie brennen die Dinger stundenlang. Das gab es vorher einfach nicht.

Bei einigen Panels sind Diffuser oder Softboxen unerlässlich, da es sonst "Sternchen" in den Gesichtern der Protagonisten gibt.

Vorsicht bei den superbilligen Teilen, da lauert immer wieder noch der Grün- oder Magenta- Stich.

Testen und vergleichen!!

 

 

KOPFLICHTER UND KLEINE LED SCHEINWERFER

Hier muss man sich ganz tief vor dem grossen DEDO WEIGERT verneigen, der mit seinen LEDZILLAS und DLEDs einfach tolle LED Kopflichter und Scheinwerfer entwickelt hat, die mittlerweile ebenfalls weit verbreitet sind. Kann man nur empfehlen.
 
Natürlich gibt es auch andere Anbieter, aber wer einmal mit der doppelt asphärischen Optik von DEDO gearbeitet hat, wird begeistert sein.
 

 

LED STUFENLINSENSCHEINWERFER

Der klassische Scheinwerfer, aber er hat sich als LED Variante leider noch nicht durchgesetzt. Noch immer hängen in den Studios, Theatern und am Set abertausende Halogen-Scheinwerfer, die unfassbar viel Strom verbrauchen.

Hier lauern die grössten Energiesparpotentiale.

Der Markteintritt dieser Scheinwerfer ist definitiv schief gelaufen und hat dadurch viele potentielle Käufer verschreckt. Hier wurden verfrüht Geräte in den Markt geworfen, die in Sachen Lichtqualität, optisches Verhalten und auch Elektronik noch nicht ausgereift waren. Ausserdem waren sie sehr teuer. Diese Mischung ist natürlich katastrophal. Wer ein teures Gerät kauft, dass schlechter als das billigere Glühlicht-Original ist und immer wieder ausfällt, wird sehr zu recht sauer sein. Genau das ist teilweise passiert - und das in dieser kleinen Branche, in der der Flurfunk schneller als die Lichtgeschwindigkeit ist.

Mittlerweile sind die Kinderkrankheiten überwunden und wir haben eine ganze Reihe von tollen, ausgereiften LED Stufenlinsen- scheinwerfern, die wirklich nur Vorteile haben.

Es gibt nur wenige Anbieter, da die Entwicklung dieser Technologie viele Jahre in Anspruch nimmt.

ARRI, MOLE-RICHARDSON (vor allen Dingen USA) und DESISTI teilen sich den Markt neben ein paar kleineren Herstellern.

Bei den LED Stufenlinsenscheinwerfern sollte man umso genauer hinschauen und prüfen, da es ja langjährige Begleiter werden sollen.

Die wichtigsten Kriterien:

- TLCI

- Lichtausbeute pro Watt: da gibt es gewaltige Unterschiede bei gleicher Lichtstärke

- Lüftergeräusch

- Verarbeitung der Bedienelemente und der Fresnel-Linse

 

GROSSE LED EINHEITEN

Bei den grossen Halogen-Einheiten ("Tungsten") muss am schnellsten was passieren, denn hier wird am meisten Strom verschwendet. Hier ist es aber auch am schwierigsten, denn die LED Dioden brauchen eine gewisse Fläche und das beisst sich irgendwann mit dem optischen Verhalten. Aber es tut sich etwas.

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